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06.06.2011



3. Deutsch-Russisches Symposium „Notfall- und Katastrophenmedizin“

Von Prof. Dr med. Heinzpeter Moecke; Asklepios Institut für Notfallmedizin, Hamburg

In  Krasnodar, Hauptstadt der gleichnamigen Region, trafen sich am 7. und 8. April 2011 rund 100 Experten aus Russland und Deutschland zum Erfahrungsaustausch und diskutierten über die medizinische und nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr bei internationalen Großveranstaltungen.

Die Veranstaltung wurde gefördert durch Mittel des Bundesministeriums für Gesundheit. An der Ausrichtung der Veranstaltung waren auf deutscher Seite neben dem Koch-Metschnikow-Forum auch die Behörde für Inneres der Freien und Hansestadt Hamburg sowie das Asklepios Institut für Notfallmedizin beteiligt. Die Partnerorganisationen auf russischer Seite waren das Gesundheitskommittee der Verwaltung von Sankt-Petersburg, das Dzhanelidze-Institut für Notfallmedizin in Sankt-Petersburg das Gesundheitsministerium des Krasnodarskij Kray und das Regional-Krankenhaus Nr. 1 in Krasnodar.

Im Rahmen dieses Symposiums wurden wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen zum Themenschwerpunkt „Planung und Organisation der präklinischen und klinischen Versorgung bei internationalen Großveranstaltungen“ ausgetauscht. Dabei griffen die Deutschen Experten auf Ihre Erfahrungen bei der Fußballwelt- und -europameisterschaft, FIS Alpine Ski Weltmeisterschaft 2011 sowie die Unterstützung bei der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika 2010 zurück. Für die russischen Experten ist dieser Erfahrungsaustausch vor dem Hintergrund der anstehenden Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi sehr bedeutend.

Basis für eine rational begründete Planung für die rettungsdienstliche Versorgung bei Großveranstaltungen ist die sorgfältige Risikoermittlung für die technischen Gefahren und die medizinischen Gefährdungspotentiale. Dr. Homrighausen, Berufsfeuerwehr Stuttgart, betonte die Wichtigkeit eines abgestimmten Verfahrens und einer einheitlichen und durchgängigen Planung in den jeweiligen Verantwortungsbereichen mit zweifelsfreier Definition der Schnittstellen.

Olga Garmasch, Leiterin der Verwaltung der medizinischen Versorgung im Ministerium für Katastrophenschutz Moskau, berichtete über das System der Organisation der medizinischen Notfallversorgung bei Katastrophen in Russland. Dies ergänzte Prof. Dr. Alexander Fisun, stellvertretender Direktor des allrussischen Zentrums für Katastrophenmedizin Moskau, mit seinem Bericht über die medizinischen Einsatzteams des allrussischen Dienstes für Katastrophenmedizin.

Prävention und Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen nach Katastrophen sind Aufgabe des staatlichen Zentrums für psychische Nothilfe. Direktorin Dipl.-Psych. Juli Schoigu beschrieb eindrucksvoll am Beispiel von Einsätzen in Katastrophenregionen wie Pakistan oder Haiti die  Arbeit dieses Institutes.

Dr. Schaller vom Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhaus Murnau zeigte auf, wie die notfallmedizinische Versorgung während der FIS Alpine SKI WM 2011 in Garmisch-Patenkirchen organisiert war. Die Vorgabe, verunfallte Skirennläufer innerhalb kürzester Zeit zu erreichen, war nur mit einer großen Mannschaft und einem ausgefeilten Kommunikations- und Logistikkonzept zu erreichen.

Ergänzt wurde das Treffen durch einen Besuch der Kuban State Medical University in Krasnodar, die eine über 100-jährige Tradition der Zusammenarbeit mit medizinischen Fakultäten deutscher Universitäten pflegt. Wie intensiv dieser Austausch gepflegt wird, erlebt die deutsche Delegation bei Ihrem Besuch. Sie wurde von zwei perfekt deutsch sprechenden Medizinstudentinnen begleitet, die mit großer Begeisterung ihre Universität zusammen mit dem Rektor der Universität vorstellten

Der 2009 begonnene russisch-deutsche Erfahrungsaustausch wird am 10. und 11. November 2011 in Murnau fortgesetzt. Thematische Schwerpunkte werden das Traumanetzwerkkonzept, die Krankenhaus Krisen- und Alarmplanung, die psychosoziale Nachsorge nach Großunfällen und die Teleradiologie sein.

23.-25.10.2017, St. Petersburg: VI. Kongress des Russischen Nationalen Verbandes für Lungenheilkunde


4.-7.10.2017, Vilnius: Zweites Gipfeltreffen m.S. Übertragbare Erkrankungen