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17.01.2010



INFLUENZA A(H1N1) SYMPOSIUM IN MOSKAU

Das Koch-Metschnikow-Forum veranstaltete im Rahmen der Modernisierungspartnerschaft 2009 im Deutschen Haus für Wissenschaft und Innovation in Moskau am 03. Dezember 2009 ein Symposium mit hochrangiger deutscher und russischer Beteiligung.
Das Symposium hatte zum Ziel, die nationalen Erfahrungen mit der Neuen Influenza A(H1N1) zu Fragen der biologischen Eigenschaften des Virus, Epidemiologie und Prävention inkl. Impfung sowie Diagnostik und Therapie auszutauschen und das weitere Vorgehen zu besprechen.

Zu Beginn der Sitzung hielten Prof. Dr. Lvov und Priv. Doz. Dr. Wolff ausführliche Vorträge zur aktuellen Situation der Neuen Influenza A(H1N1) unter Berücksichtigung der internationalen sowie russischen und deutschen Situation. Auf der Basis dieser Präsentationen wurden folgende Punkte intensiv diskutiert:

1)    Epidemiologie Berichte von Prof. Lvov und Dr. Wolff
Besondere Beachtung fanden Daten zur Resistenz des Neuen Influenza A Virus (H1N1) gegen Neuraminidase-Hemmer. Die nationalen Vorgehensweisen zur Erfassung der jeweiligen Fallzahlen wurden diskutiert. Dr. Wolff berichtete über den deutschen Pandemieplan.

2)    Prävention durch Vakzination und hygienische Maßnahmen
Berichte von Dr. Wolff, Dr. Vatolina, Prof. Markuschin, Prof. Kitsak Fragen zu den international eingesetzten Impfstoffen unter Berücksichtigung von Adjuvantien wurden diskutiert. Gegenwärtig wird in Russland ein nationaler Impfstoff produziert. Der Einsatz der Impfstoffe und die Bedeutung hygienischer Maßnahmen wurden im Rahmen der deutschen Präventionsstrategien besprochen.

3)    Anwendung praktischer Maßnahmen in Russland
Zu diesem Thema hielt Dr. Vatolina einen ausführlichen Bericht. Hervorgehoben wurde die Bedeutung der beiden russischen föderalen Zentren für Influenza in Moskau (Direktor Prof. Lvov) und St. Petersburg, die eng mit 50 regionalen Influenza-Zentren kooperieren. Mit diesen Zentren ist ein nationales Meldesystem etabliert. Prof. Lvov berichtete über seine Arbeiten im Rahmen dieser nationalen Koordinierung, Dr. Wolff und Prof. Zeichhardt berichteten über die deutsche Situation.

4)    Diagnostik und Qualitätskontrolle
Zu diesem Thema präsentierte Prof. Zeichhardt die Ergebnisse der ersten Studie zur externen Qualitätskontrolle (Ringversuche) für die Diagnostik der Neuen Influenza A(H1N1). Die diagnostische Überlegenheit der Virusgenom-Nachweise im Vergleich zu den Schnelltesten (Antigennachweis) wurde herausgestellt. Auch Prof. Egorov, Dr. Wolff, Prof. Lvov, Prof. Kitsak, Prof. Markuschin unterstrichen die Wichtigkeit einer qualitätskontrollierten und standardisierten Diagnostik für die Erkennung, Bekämpfung und Behandlung der Influenza.

Planung:
Die russischen und deutschen Spezialisten bekräftigten den hohen Wert von Zusammenarbeiten auf dem Gebiet der Influenza zum Nutzen beider Gesundheitssysteme. Die Zusammenarbeit soll durch gemeinsame Tagungen, Austausche von Wissenschaftlern und den Austausch von Untersuchungsmaterialien intensiviert werden. Folgende Schwerpunkte sind angestrebt:

1. Intensivierung des wissenschaftlichen Austausches auf der nächsten deutsch-russischen Konferenz zu Influenza in Marburg, 14.-17. Februar 2010. Die wissenschaftlichen Organisatoren dieser Tagung, Prof. Becker, Marburg, und Prof. Lvov, haben dazu das Programm bereits finalisiert.

2. Planung von gemeinsamen, regelmäßig stattfindenden Fort- und Weiterbildungsprogrammen auf dem Gebiet der Diagnostik von Viruserkrankungen

Diese Programme sollen in die Modernisierungspartnerschaft 2010 aufgenommen werden.

3. Austausch von Spezialisten für Kurzzeittraining.
Es ist geplant, Spezialisten auf dem Gebiet der klinisch-virologischen Grundlagenforschung bei Kurzaufenthalten in ausgewählten Einrichtungen (2 Wochen) zu trainieren und damit die Grundlage für gemeinsame wissenschaftliche Kooperationsprojekte zu schaffen.

4. Austausch von Untersuchungsmaterialien zur Qualitätssicherung und Standardisierung der Diagnostik.
Von allen Experten wurde hervorgehoben, dass der gegenseitige, grenzüberschreitende Austausch von klinischen Untersuchungsmaterialien eine wesentliche Voraussetzung zur Harmonisierung der nationalen diagnostischen Maßnahmen für Influenza und andere Infektionserkrankungen darstellt (Erkennung von regional unterschiedlich zirkulierenden Virusvarianten/Antikörpern). Da gegenwärtig ein grenzüberschreitender Probentransport aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist, wird empfohlen, eine Legalisierung des Probentransportes im neuen deutsch-russischen Gesundheitsabkommen zu regeln.

Im Anschluss an das offizielle Experten-Meeting im Deutschen Haus für Wissenschaft und Innovation lud Prof. Dr. A. Egorov als Direktor des Departments für Chemische Enzymologie der Staatlichen Lomonossov Universität Moskau die deutschen Experten zu einem wissenschaftlichen Austausch ein. Dabei wurden Möglichkeiten der Kooperation auf dem Gebiet der Entwicklung neuer diagnostischer Verfahren zum Nachweis virusspezifischer Antikörper besprochen.

Der Modernisierungspartnerschaft wird für die finanzielle und logistische Unterstützung des Influenza-Expertenmeetings vielmals gedankt.

Mehr Informationen:
Prof. Dr. Heinz Zeichhardt ( Zeichhardt@KMForum.eu )
Stellv. Vorsitzender KMF und Leiter Sektionen HIV/AIDS und Virusdiagnostik

19-22.04.2019, Novosibirsk: VI. Internationale Medizinische Meisterschaft an der Staatlichen Universität Novosibirsk


19.04.2019, Moskau: Vortrag von Prof. Dr. Helmut Hahn auf der internationalen Konferenz anlässlich des 100. Jubiläums des Metschnikow-Insitituts für Vakzine und Sera