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02.03.2012



Kandinsky und die Rettungsmedizin

Von Sven Stabroth, Assistent des KMF Vorstands

Murnau am Staffelsee war eine wichtige Station für Wassily Kandinsky. Ab 1908 wurde dort seiner Entwicklung zum expressionistischen Maler der Weg gebahnt: Ein Weg, den der russische Maler gemeinsam mit seiner deutschen Verlobten Gabriele Münter beschritt. Das Münter-Haus in Murnau ist heute Gedenkstätte und Sinnbild für diese Liaison.

Nunmehr 100 Jahre später kommt es in Murnau wieder zu einer entscheidenden deutsch-russischen Liaison, vielleicht nicht im eigentlichen Sinne eine Liebesbeziehung, aber in jedem Fall im Sinne eines fruchtbaren geistig-intellekturellen Austausches. Die Unfallklinik in Murnau war Austragungsort des 4. deutsch-russischen Symposiums zur Notfall—und Katastrophenmedizin. Experten aus der Katastrophen-, Notfall- und Rettungshilfe beider Länder verständigten sich zu Traumaversorgung und Traumanetzwerken. Das ausführliche Programm entnehmen Sie bitte dem angefügten PDF-Dokument.

Von russischer Seite wurde die Fachtagung vom Dzahnelidze-Institut für Notfallmedizin und dem Gesundheitskomitee der Verwaltung von St. Petersburg unterstützt. Von deutscher Seite sind das Bundesministerium für Gesundheit, der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg, das Bayerische Staatsministerium des Innern, die Bayerische Staatskanzlei und die Berfusgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau als maßgebliche Unterstützer zu nennen.

Erstmalig fand im Rahmen des Symposiums eine Übung eines Großschadenfalles statt. Dr. Christian Schaller, leitender Oberarzt im Klinikum Garmisch-Partenkirchen, hat als lokaler Organisator das Übungsszenario mit seinen Kollegen geplant: Ein Flugzeug mit Fallschirmspringern muss notlanden. Einige Fallschirmspringer schaffen es, das Flugzeug vorher zu verlassen. Jedoch öffnen sich wegen der niedrigen Höhe die Fallschirme nicht richtig. Die Springer verletzen sich, und man steht vor der Aufgabe, diese aus unwegsamem Gelände bergen zu müssen. Für eine ausführliche Darstellung lesen Sie hierzu bitte folgenden Link. Zweifelsohne eine beeindruckende Leistung aller Beteiligten. Bei heißem Tee konnte das fachkundige Publikum das zur Rettung notwendige Gerät und die Technik samt Rettungswagen der Freiwilligen Feuerwehr, des Gebirgssanitätsregimentes 42, der Bergwacht und des Bayerischen Roten Kreuzes in Augenschein nehmen.

Die insgesamt vier Symposien in St. Petersburg, Hamburg und Berlin, Krasnodar und Murnau, die alternierend in Deutschland und Russland stattfanden, haben beide Länder in der Rettungskooperation einander nähergebracht. Man hatte in Murnau das Gefühl, dass sich eine Vertrautheit zwischen allen Beteiligten eingestellt hatte. So ist es auch nicht verwunderlich, dass nach abschließender Fackelwanderung zum abschließenden Abendessen Pläne für die nächsten Symposien in St. Petersburg, Perm, Karlsruhe oder Kazan geschmiedet wurden. Darüber hinaus ist auch die Sektion Rettungs- und Katastrophenmedizin des Koch-Metschnikow-Forums aus dieser Kooperation entstanden. In diesem Jahr werden in Woronesch an der Staatlichen Medizinischen Burdenko-Akademie durch das KMF Blockvorlesungen abgehalten werden, u.a. zur Notfall-, Rettungs- und Katastrophenmedizin. Wir werden berichten.

23.-25.10.2017, St. Petersburg: VI. Kongress des Russischen Nationalen Verbandes für Lungenheilkunde


23.-27.10.2017, Jena: Besuch einer Delegation aus Wladimir des Universitätskliniums Jena (UKJ) mit dem Ziel, eine Kooperation zum Fach- und Schüleraustausch zwischen dem UKJ und der Wladimirer Medizinischen Fachschule zu starten