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08.05.2009



Neue Facette in der Deutsch-Russischen Zusammenarbeit Modernstes Fundraising für russische Traditions-Universität

Das Koch-Metschnikow Forum, namentlich dessen Experten für Strategie, Organisation und Marketing von Universitäten, hat den Grundstein für ein neuartiges Pilotprojekt gelegt. Es ist das erste deutsch-russische Coaching und Monitoring Programm für das Fundraising einer russischen Hochschule. Die Metschnikow Akademie in St. Petersburg hatte deutliches Interesse an einem Austausch über professionelle Finanzierungsstrategien signalisiert. Innerhalb eines ersten Arbeitsaufenthalts konnte die Zusammenarbeit besiegelt und der weitere Fahrplan verabschiedet werden. Im Fokus des gemeinsamen Vorgehens werden die klassischen Fundraising-Themen wie (Groß-)spender, Sponsoren, Alumni und Kooperationen mit industriellen Partnern sowie inländische und ausländische Förderprogramme praxisnah angegangen.

Aus sogenannten Drittmitteln, also Fundraising Erfolgen, finanzieren, bzw. kofinanzieren auch deutsche Universitäten zunehmend die Qualität und den Ausbau ihrer Forschung und Lehre. Dabei ist „Fundraising“ im Besonderen für Hochschulen offensichtlich keine originär deutsche Erfindung. In den USA oder Großbritanien sind Spender und Sponsoren schon weit länger eine wichtige Säule der Hochschulfinanzierung. In Deutschland nimmt sich der Staat trotz des grundsätzlich herrschenden Subsidiaritätsprinzipes zunehmend zurück und macht alternative Finanzierungen neben öffentlichen Mittel zunehmend nötig.

Entwicklung einer tragfähigen Spenden- oder Sponsoringstruktur für die Metschnikow Akademie
Im weiteren Projektverlauf ist den Initiatoren ein pragmatisches Vorgehen ein großes Anliegen. „Wir wollen vor allem vermeiden nur vermeintlich praktikable Konzepte zu präsentieren, die zwar Millionen für Harvard oder Heidelberg bedeuten würden, denen aber in Russland noch die Voraussetzungen fehlen.“ betont der Projektleiter und Vorstandsmitglied des Koch-Metschnikow-Forums Jörg Seifart. Besonders dankbar ist Seifart, dass er zwei weitere ausgewiesene Experten zur Mitarbeit gewinnen konnte. Michael Bleks war über zwei Jahrzehnte verantwortlich für Finanzierung der ersten deutschen Privat-Universität und ist jetzt in der Schulung und Professionalisierung von Hochschulleitungen im In- und Ausland aktiv. Dr. Jens Watenphul berät neben seiner Dozententätigkeit an der Fundraising Akademie international agierende Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen, Wikipedia international und die GTZ.

Während eines vorgeschalteten Workshops in St. Petersburg im Frühjahr wurden die Profile der möglichen Finanzressourcen für die russische Forschungs- und Ausbildungsarbeit innerhalb und außerhalb Russlands dann noch einmal aus beiderlei Perspektiven konkretisiert. In mehreren wichtigen Themenbereichen wechselte die gesunde Skepsis der russischen Gastgeber bald in wachsendes Interesse und Optimismus: In vielen Arbeitsfeldern wurden die Möglichkeiten positiver Synergien rasch erkannt und der Boden für eine intensive Kooperation auf Basis der Erfahrungen der deutschen Experten und den bereits entfalteten Aktivitäten der Gastgeber bereitet.

Ungewöhnlich guter ROI in mehreren Fundraising Segmenten zu erwarten
Selbst bei zurückhaltender Kalkulation könnte der Return on Investment (ROI) für überschaubare Investitionen in Personal und Know-how um den Faktor 50 erhöht werden. Ein solcher ROI wäre in Deutschen Zusammenhängen nur bei sehr wenigen populären Spendenthemen und nur bei hervorragender medialer Unterstützung oder regionaler Beteiligung möglich. Die Berater fragten hierbei diverse recherchierte Ressourcen auf bisherige Ausschöpfung und thematische wie persönliche Zugänge ab. Offensichtlich waren viele attraktive Kooperationsformen bisher nicht angegangen worden, weil es dazu in der Russischen Kultur bislang kaum Erfahrungen gibt. Selbst die zahllosen amerikanischen oder europäischen Pharma-Hersteller, Banken, Automarken von Johnson and Johnson über MacDonald und Audi, von IBM und Raiffeisenbanken über Hugo Boss bis Louis Vuitton etc., die in St. Petersburg arbeiten und die Spenden- und Sponsoringkultur aus ihren Ursprungsländern kennen, wurden bislang nicht angesprochen.

Die Deutsche Fundraising Kultur ist – zum Teil – kaum progressiver

Deutschland ist da in vielen Segmenten kaum progressiver! Hier gibt es zwar hunderttausende regelmäßige Spender für Greenpeace, Welthungerhilfe, Aktion Mensch oder den SOS-Kinderdörfern, aber Kliniken und Hochschulen sind hier zum Teil keineswegs besser aufgestellt – was Spender oder Sponsoren angeht – als die russischen Partner. Denn auch in Deutschland ist gerade der Umgang mit Sozialsponsoring immer wieder eher improvisiert als strukturiert. Häufig fehlt auch hier die sogenannte „Institutional Readiness“, die Bereitschaft der Organisation, Kooperationen einzugehen. Man braucht eine eigene Fundraising–Ethik, Vertragswerke, die Rechte und Pflichten regeln und dazu sponsorentaugliche Projekte und Menschen, die beides zusammenbringen. Fundraiser eben.

Eine vertiefte Kooperation als Projekt und das Interesse ist auf beiden Seiten groß. Prof. Alexander Shabrov, Rektor der St. Petersburger Metschnikow Akademie: "We would also like to stress the sustainable effect and innovative character we see in this approach for the future scientific and educational work of Mechnikov Academy and the impact on collaboration in further medical fields." Auch Prof. Helmut Hahn, Vorsitzender des Koch-Metschnikow Forums in Berlin, ist zuversichtlich, dass der gelungene Start den Weg für nachhaltige Erfolge für Finanzierungen und Forschung geebnet hat: " Wir freuen uns, dass wir einen international neuartigen Beitrag zu einer vertieften deutsch-russischen Zusammenarbeit leisten zu konnten. Dieses Pilotprojekt hat das Potential, um modulare Schulungsmaßnahmen zu entwickeln und diese der russischen Hochschulrektorenkonferenz in einem Leadership Kolloquium vorzustellen.“

Für Rückfragen:

Koch-Metschnikow-Forum e.V.
z.Hd. Jörg Seifart
Luisenstraße 59
10117 Berlin
Tel. 030 2345 7722
Fax 030 2343 7721
eMail: seifart@KMForum.eu

15.-16.11.2017, Moskau: 1. Globale Ministeriale Konferenz der WHO - Ending Tuberculosis in the Sustainable Development Era: A Multisectoral Response


23.-25.10.2017, St. Petersburg: VI. Kongress des Russischen Nationalen Verbandes für Lungenheilkunde