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02.03.2012



Prof. Dr. Helmut Hahn wird ausländisches RAMS-Mitglied

Am 1. Februar ist Prof. Dr. Helmut Hahn eine Ehre zuteil geworden, die nicht vielen Wissenschaftlern zuteilwird: er ist in den Kreis der auswärtigen Mitglieder der Akademie der Medizinischen Wissenschaften Russlands (RAMS) aufgenommen worden. Anlässlich dieses besonderen, seine Laufbahn krönenden Ereignisses richtete der Präsident des Koch-Metschnikow-Forums Worte des Dankes an seine russischen Freunde und warf einen Blick zurück auf die Anfänge seiner wissenschaftlichen Karriere.

Sehr verehrter Herr Präsident Akademiemitglied Dedov,
sehr verehrter Herr Vizepräsident Akademiemitglied Starodubov,
sehr geehrter Herr Akademiemitglied Professor Zverev,
sehr geehrte Herren Institutsdirektoren,
hochansehnliche Festversammlung!

Die altehrwürdige Akademie der Medizinischen Wissenschaften Russlands hat mich für würdig befunden, in den Kreis ihrer auswärtigen Mitglieder aufgenommen zu werden. Dieser Akt ist für mich eine sehr große Ehre, denn er bedeutet einen Höhepunkt meiner wissenschaftlichen Laufbahn. Ich danke allen Beteiligten, die zu dieser meiner Ehrung beigetragen haben. Hierbei ist es mir eine besondere Freude, dass ich dem Metschnikow-Institut für Impfstoffe und Sera zugeordnet worden bin, mit dessen Direktor, Akademiemitglied Professor Zverev, mich eine langjährige Freundschaft verbindet.

Der Name Ilya Metschnikow hat mich mein ganzes wissenschaftliches Leben lang begleitet. Als ich im Jahre 1964 am Department of Medical Microbiology der Johns Hopkins Medical School in Baltimore als junger Fellow meine wissenschaftliche Karriere begann, klärte mich mein damaliger verehrter Lehrer William Barry Wood darüber auf, dass Metschnikow einer der größten medizinischen Wissenschaftler aller Zeiten gewesen sei. Wood hatte sich zeit seines Lebens mit der von Metschnikow entwickelten Lehre von der Phagozytose auseinandergesetzt und auf diesem Gebiet bedeutende Erkenntnisse erarbeitet.

Im Labor von Wood gelang mir 1967 zu beweisen, dass Makrophagen zur Freisetzung von Interleukin 1 (damals endogenes Pyrogen genannt) befähigt sind.  Meine wissenschaftlichen Arbeiten setzte ich ab 1969 bei George B. Mackaness am Trudeau Institute of Medical Research in Saranac Lake im Staate New York fort. Dort untersuchte ich die Wechselwirkung zwischen Lymphozyten und Makrophagen im Rahmen der Infektabwehr, beispielsweise gegen Mycobacterium tuberculosis.

Nach meiner Rückkehr im Jahre 1971 setzte ich in Deutschland meine Arbeiten zur Wechselwirkung von Lymphozyten von Makrophagen bei der Infektionsabwehr fort. Hierbei hatte ich das große Glück, dass ich zahlreiche junge Mitarbeiter motivieren konnte, sich mit der Frage der makrophagen-abhängigen Infektabwehr zu beschäftigen. Sie alle sind "Metschnikowiten" geworden, die im Geiste Metschnikows forschend arbeiten. Sehr weit gebracht hat es z. B. mein Schüler Stefan Kaufmann, Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie in Berlin, ehemaliger Präsident der International Union of Immunological Societies. Er gilt heute als einer der Topspezialisten der Tuberkuloseforschung und arbeitet derzeit an der Entwicklung einer Vakzine gegen Tuberkulose. Meine Schüler und meine zahlreichen Studenten tragen die wissenschaftlichen Ideen Metschnikows in die nächste und übernächste Generation fort.

Die Gründung des Koch-Metschnikow-Forums entwickelte sich aus einer wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Tuberkuloseforschungsinstitut (CTRI) unter Professor Erokhin, einem Mitgliedsinstitut der RAMS. Durch die Wortwahl Koch-Metschnikow-Forum sollte dem Namen Ilya Metschnikow ein weiteres bleibendes Denkmal gesetzt werden.

Hochansehnliche Festversammlung, neben meinem Dank war es mir ein Bedürfnis, Ihnen darzulegen, dass die Zuordnung meiner Person zum Metschnikow-Institut für Impfstoffe und Sera der RAMS aus meiner langjährigen Beschäftigung mit den Gedanken und den Forschungen Metschnikows eine gewisse Berechtigung erhält. Ich werde bestrebt sein, weiterhin die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern auf dem Gebiet der Gesundheit und insbesondere der Infektionswissenschaften, voranzubringen. Diese Zusammenarbeit fußt auf einer großen, über Jahrhunderte sich erstreckenden Tradition. Ihnen allen, die Sie mir geholfen haben und weiterhin helfen, dieses Ziel zu verwirklichen, spreche ich hiermit meinen sehr herzlichen Dank aus.
 
Professor (Charité) Dr. Helmut Hahn; Präsident des Koch-Metschnikow-Forums

23.-25.10.2017, St. Petersburg: VI. Kongress des Russischen Nationalen Verbandes für Lungenheilkunde


23.-27.10.2017, Jena: Besuch einer Delegation aus Wladimir des Universitätskliniums Jena (UKJ) mit dem Ziel, eine Kooperation zum Fach- und Schüleraustausch zwischen dem UKJ und der Wladimirer Medizinischen Fachschule zu starten